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Anlageklasse Aktien: Von Gewinnern und Verlierern

25. Oktober 2011

In der ersten Folge unserer Reihe zum Portfoliomanagement hatte sich Thomas Haas in der letzten Ausgabe des VORNE mit der Einzeltitelauswahl beschäftigt. Darauf aufbauend beleuchtet nun Reiner Konrad, seit 01. Oktober 2011 Leiter Portfoliomanagement der Johannes Führ Vermögensverwaltung GmbH, die Assetklasse Aktien, insbesondere die Themen Marktkapitalisierung und Indexzusammensetzung.

von Reiner Konrad

Würde wir der Aussage von André Kostolany folgen, der seinerzeit die These aufstellte, man solle Aktien kaufen, weglegen und dann schlafen gehen, könnten wir heute manch unliebsame Überraschung erleben.
Ein Beispiel: Nokia, der finnische Hersteller von Handys, verliert immer mehr an Bedeutung und ist mit einer Marktkapitalisierung von circa 15,5 Mrd. Euro im September aus dem Stoxx50 gefallen. Das Unternehmen hatte es nicht geschafft, sich trotz seiner führenden Stellung im Handymarkt gegenüber Apple, HTC, LG, Samsung und einigen weiteren Herstellern im boomenden Bereich der Smartphones zu positionieren. Aktuell sieht es so aus, als ob es eine weitere Ikone treffen könnte. Die kanadische Firma RIM, Hersteller des in den letzten Jahren sehr populären Blackberrys, muss zwischenzeitlich auch mit deutlich nachlassenden Verkaufszahlen zu Gunsten der Smartphones und insbesondere des iPhone kämpfen. Wie so oft hat hier wohl ein Hersteller zu spät erkannt, dass sich der Marktgeschmack dreht.

Einer der wichtigsten und innovativsten Anbieter in diesem Segment ist Apple. Steve Jobs, Mitgründer von Apple, hat es geschafft, neben dem Computergeschäft mit Produkten wie dem iPod, dem iPhone und dem iPad den Markt in den letzten Jahren förmlich aufzurollen und das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwa 380 Mrd. US-Dollar zum aktuell wertvollsten Unternehmen an der Börse zu machen. Die erwähnte Marktkapitalisierung von Apple entspricht in etwa 55 % der Marktkapitalisierung des Deutschen Leitindex DAX. Anders gerechnet wird Apple aktuell an der Börse bewertet wie Siemens, VW, BASF, Deutsche Telekom und Daimler zusammen. Nachdem Steve Jobs erst vor kurzem gesundheitsbedingt die Leitung des Unternehmens abgegeben hatte, verstarb er am 5. Oktober im Alter von nur 56 Jahren an Krebs. Die Zukunft wird zeigen, wie Apple ohne den Visionär Jobs in diesem hartumkämpften Markt langfristig bestehen wird. 

Aktienindizes werden für Aktienmandate bzw. für den strategischen Aktienteil eines gemischten Portfolios als Vergleichsmaßstab (Benchmark) herangezogen. Portfoliomanager werden an diesen Benchmarks gemessen. Wichtigste Auswahlkriterien für die Aufnahme eines Unternehmens in einen solchen Index sind die Höhe der Marktkapitalisierung, der Streubesitz und die Liquidität. Am Beispiel des populären EuroStoxx50 bedeutet dies, dass aktuell nur Aktien aus acht europäischen Ländern enthalten sind und sich die Ländergewichtung auf Basis der selektierten Titel und deren anteiliger Marktkapitalisierung errechnet. Dadurch sind Länder wie zum Beispiel Frankreich oder die Schweiz mit vielen großen Aktiengesellschaften deutlich stärker in den Aktienindizes vertreten als es der Wirtschaftskraft der beiden Länder entsprechen würde.

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